Meine Arbeit als Gefühlshebamme

 

 

 

Liebes Du,

ich weiß nicht, ob es Dir bewusst ist oder ob Du schon einmal über die Frage nachgedacht hast, wie viel wir von unseren Gefühlen in unserem Alltag wirklich zeigen und leben?

 

In der Vergangenheit

In der Vergangenheit habe ich meine Gefühle allesamt für mich behalten. Dieses Verhalten habe ich für vollkommen logisch, weniger gefährlich und als normal angesehen, leben wir doch in einer Welt, in der es sich fast natürlich anfühlt, wenn wir die Bedürfnisse und Gefühle der anderen über unsere stellen. Auch dann, wenn wir in manchen Situationen in uns einen Widerspruch erkennen, so macht es uns häufig Angst, diesen zu zeigen.

Ich hatte beispielsweise in meinem Leben oft keine Lust und Kraft, in Diskussionen oder Rechtfertigungen zu geraten , fühlte mich meinem Gegenüber oft unterlegen, nicht gesehen oder ernstgenommen. Außerdem wollte ich mit meinem Widerspruch niemanden enttäuschen, erschrecken oder zurückweisen, nur zu gut wusste ich darum, wie es sich anfühlt, nicht so angenommen zu werden, wie man ist.

Kennst Du solche Muster auch in Dir? Hast Du vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht oder gefühlt? 

 

Vom Verschließen in die Öffnung

Situationen dazu gibt es viele in unserem Leben, unausgesprochene Konflikte in der Familie, bei  der Arbeit, mit Freunden... Unbewusst suchen wir dabei den Weg des geringsten Widerstandes, einen Weg, der uns vertraut ist, den wir kennenlernen mussten. Denn es war uns nicht immer möglich mit all unserer Lebendigkeit stattzufinden, die wir als Kinder auf ganz natürliche Weise ausleben wollten. Sobald wir bemerkten, dass unser Gefühl und sein Ausdruck bei den Erwachsenen nicht erwünscht war, haben wir Strategien entwickelt, dieses Gefühle in uns zu verstecken. Es entstand eine Trennung zu unseren Gefühlen, die wir auch heute noch tagein und tagaus unterdrücken, aus Angst, nicht ‚mehr‘ geliebt zu werden, wenn wir uns  authentisch zeigen. Das ist eine wahnsinnige Kraftanstrengung, auch wenn wir uns oftmals dessen nicht bewusst sind. Es bedarf  Mut, bewusst hineinzufühlen, um sich der eigenen Mustern der Verdrängung klar zu werden und sich nun als Erwachsener den Fragen zu öffnen, um zu Ergründen, was damals hinter diesen Strategien stand. Einzig mit diesem Bewusstsein entsteht ein Raum und die Fähigkeit anders dem Hier und Jetzt zu begegnen.

 

Ent-wickle dich – in deinem Rhythmus!

Durch die Erfahrungen aus meiner eigenen Geschichte und meinem nun immer bewussteren Erkennen, begleite ich heute als Gefühlshebamme Menschen dabei, ähnlich wie bei der Geburt eines Kindes, die eigenen, alten, verdrängten Gefühle wieder ins Leben zu lassen und auch in der Gegenwart FÜHLBAR zu leben.

Die eigenen Gefühle wieder ins Leben zu bringen, ist ein Prozess und der braucht vor allem Zeit für den eigenen Rhythmus und die eigene Entwicklung. Dabei gibt es Momente, in denen sich Gefühle sehr schnell und deutlich zeigen und andererseits gibt es auch die, die etwas tiefer in uns liegen. Geduldig halte ich den Raum, um sie alle  ins Leben zu bringen. Ich weiß, wie viel  Mut es braucht, erst einmal das Vertrauen in sich selbst wiederzufinden. Deshalb kann im Rahmen dieses Prozesses eine behutsame Begleitung als Unterstützung hilfreich oder sinnvoll sein, um sich selber zu finden.

Ich weiß, wie schwer die ersten Schritte sein können,  sich selbst mit dem, was man fühlt, anzunehmen und sich dem alten Schmerz zu stellen. Doch weiß ich auch darum, wie befreit sich das Leben anfühlt, wenn wir unsere Gefühle wieder leben.  Im Hier und Jetzt wieder natürlicher, ehrlicher und echter werden. 

 

Du darfst sein, wer du bist!

In meiner Arbeit als Gefühlshebamme geht es also weniger alleine nur um die „Geburt“ eines Gefühls, sondern auch um seine Begleitung und Integration ins Leben. Wenn wir ein Gefühl wieder entdecken und uns die Erlaubnis geben, es zu zeigen, ihm einen Ausdruck verleihen, dann fühlt sich das zuerst komisch und unsicher an. Deshalb geschieht dieser Prozess in Deinem eigenen Tempo. Du entscheidest dabei über den Zeitpunkt und den Moment, denn es braucht in Dir die Aufrichtigkeit, Akzeptanz und Klarheit Deiner Gefühle, um sie als selbst ermächtigte Person zum Ausdruck zu bringen und zu verstehen, woher sie stammen. Hast Du einmal diesen Schritt vollzogen, das verdrängte Gefühl einzuladen und seiner Botschaft zu lauschen, erlebst Du Dein Leben auf eine ganz andere Art und Weise. Kräfte, die Du vorher dafür benötigt hast, um Deine Gefühle zu unterbinden, hast Du nun zur freien Verfügung. Das erlaubt es Dir, diese Kräfte anderweitig einzusetzen und zu nutzen.

Ich selber kann und darf zum ersten Mal in meinem Leben, erleben wie es sich anfühlt, dass ich Kapazitäten, Kräfte und Energie zur Verfügung habe und mich eben nicht mehr ausgebrannt und überfordert fühle.

Um für sich und seine Gefühle eine Verantwortung übernehmen zu können, bedarf es diese in sich wahrzunehmen, ihnen einen angemessenen Ausdruck zu verleihen, um damit in eine eigene Selbstregulation zu gelangen.

Um ein Gegenüber zu sein, der mit seinen eigenen Bedürfnissen und Wünschen stattfindet entwickelt damit einen neuen spürbaren Halt in sich.  Nur so ist es überhaupt möglich nicht nur die eigenen Gefühle, sondern auch die des anderen respektvoll Dasein lassen zu können.   

 

Was fühlst Du gerade beim Lesen dieser Zeilen? Wünschst Du dir eine Veränderung hin zu mehr Energie, Authentizität und Klarheit in deinem Leben? Kannst Du Dir so eine Veränderung in deinem Leben vorstellen?

Mein Anliegen ist, dass Du Dich selbst und Deine Möglichkeiten neu entdeckst und Deine Talente und Gaben lebst. Dafür braucht es zu lernen Dich Deinen Gefühlen zu öffnen und die Erlaubnis mit ihnen stattzufinden. Wenn Du die alten Muster und Strategien loslassen lernst, gestaltest Du aus dem FÜHLBAREN Kontakt zu Dir selbst heraus etwas Neues, in der Du Deine Klarheit, Lebendigkeit und Echtheit lebst

 

Sind noch weitere Fragen in Dir aufgetaucht, die ich hier noch nicht benannt habe, dann schreibe sie mir gerne in die Kommentare.

Ich freue mich über einen Austausch.

 

Herzlichst  Anke Reick